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Eine Beendigung der Klärschlammausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen wurde im Koalitionsvertrag der 18. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages verankert. 2016 wurde daraufhin die „Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung“ zur Notifizierung in Brüssel eingereicht. Nach Ablauf der Stillhaltefrist am 27.12.2016 geht der Entwurf in das parlamentarische Verfahren / den Bundesrat, sodass sich bei einer Verabschiedung u.a. die folgenden Änderungen ergeben:

  • Eine Rückgewinnung von Phosphor wird verpflichtend eingeführt.
  • Fristen für eine Phosphorrückgewinnung werden definiert, sodass für Kläranlagen ab 100.000 EW 12 Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung die P-Rückgewinnung verpflichtend wird.
  • Der Geltungsbereich wird auf außerlandwirtschaftliche Flächen erweitert.
  • Eine Qualitätssicherung wird geregelt.
  • Bodenbezogene Grenzwerte (gemäß BBodSchV) und stoffbezogene Grenzwerte werden über die der DüMV hinaus definiert.

Zukünftig ist damit eine landwirtschaftliche Klärschlammverwertung zu Düngezwecken und eine damit verbundene Nährstoffrückgewinnung stark eingeschränkt bzw. ausgeschlossen, sodass die jährlich etwa 620.000 t Trockenmasse Klärschlamm, die 2015 in Landwirtschaft und Landbau eingesetzt wurden, sukzessive alternativen Verwertungspfaden zugeführt werden müssen [1].

Alternativen zur landwirtschaftlichen Klärschlammausbringung liegen derzeit ausschließlich in  thermischen Verfahren zur Klärschlammbehandlung: Neben der klassischen Verbrennung (Monoverbrennung und Mitverbrennung) zählen hierzu die Pyrolyse, Vergasung oder Hydrothermale Carbonisierung. Abhängig von dem jeweiligen technischen Entwicklungsstand und der verfahrenstechnischen Umsetzung bieten die Verfahren unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich der politisch angestrebten Phosphorrückgewinnung und einer langfristigen Entsorgungssicherheit von Klärschlamm.

Als führender Fachverband befasst sich die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) mit der Entsorgung von Klärschlamm und bietet detaillierte Regelwerke, aktuelle Informationen sowie Veranstaltungen u.a. zu diesem Thema an. Vor diesem Hintergrund wird Herr Dr. Rebling am 19.01.2017 auf dem 3. Netzwerktag des Klärschlammnetzwerkes Nord-Ost der DWA einen Überblick über thermische Verfahren zur Klärschlammbehandlung geben. Die Folien zu der Präsentation sind hier zu finden.        

Literatur
[1] EUWID Recycling und Entsorgung 51/52.2016

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